Zwetschkenröster im Dampfgarer /
Der österreichische Spätsommer-Klassiker – fruchtig-würzige Zwetschken mit Zimt und Nelken schonend eingekocht, als Beilage zu Mehlspeisen und monatelang haltbarZwetschkenröster ist der Inbegriff des österreichischen Spätsommers: vollreife Zwetschken werden mit Zimt, Nelken und einem Hauch Zucker schonend im Dampfgarer eingekocht, bis ein dicklich-saftiges, tiefdunkles Kompott entsteht. Der Röster ist die klassische Begleitung zu Kaiserschmarrn, Germknödel, Grießschmarrn und Milchreis – und heiß in Gläser gefüllt hält er den ganzen Winter. Anders als Marmelade bleibt der Röster stückig und weniger süß, dafür intensiv gewürzt. Saison ist August bis September, wenn die heimischen Zwetschken reif von den Bäumen kommen.
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| Zwetschkenröster im Glas - selbstgemacht im Dampfgarer |
Zutaten für ca. 3-4 Gläser à 400 ml
- 1,5 kg reife Zwetschken (entsteint gewogen ca. 1,3 kg)
- 150-200 g Zucker (je nach Süße der Früchte)
- 1 Zimtstange (oder 1 TL gemahlener Zimt)
- 3-4 Gewürznelken
- Saft und Abrieb von 1/2 unbehandelten Zitrone
- Optional: 1 Sternanis, 1 Vanilleschote (Mark)
- Optional: 2 cl Zwetschkenbrand oder Rum für die "erwachsene" Variante
- 3-4 saubere Twist-off- oder Einmachgläser à 400 ml
- Deckel
Zwetschke oder Pflaume – was ist der Unterschied?
- Zwetschke: Länglich-oval, festes Fruchtfleisch, löst sich gut vom Stein, weniger saftig – ideal für Röster, weil sie beim Kochen die Form behält
- Pflaume: Rundlicher, saftiger, süßer, Stein löst sich schlechter – funktioniert auch, wird aber matschiger
- Für den Röster gilt: Die klassische Hauszwetschke ist erste Wahl – aromatisch und formstabil
- Vollreife nutzen: Reife Zwetschken sind süßer und würziger – dann weniger Zucker nötig
- Reife-Test: Die Frucht gibt auf Druck leicht nach und hat den typischen weißen Reif auf der Schale
Gläser vorbereiten – sterilisieren
- Im Dampfgarer: Saubere Gläser und Deckel mit der Öffnung nach unten auf den gelochten Einsatz stellen, bei 100 °C 15 Minuten sterilisieren – siehe Einkochen und Sterilisieren im Dampfgarer.
- Warm halten: Gläser sollen beim Befüllen noch warm sein – sonst Sprunggefahr beim heißen Röster.
Zubereitung Schritt für Schritt
- Zwetschken vorbereiten: Waschen, halbieren, entsteinen. Je nach Größe die Hälften nochmal halbieren (Viertel).
- Zuckern und ziehen lassen: Die Zwetschkenstücke mit dem Zucker, Zitronensaft und -abrieb vermengen und ca. 30 Minuten ziehen lassen – sie ziehen Saft, das macht den Röster saftig.
- In den Dampfgarer: Die Zwetschken samt Saft in einen ungelochten Garbehälter geben. Zimtstange, Nelken (und optional Sternanis/Vanille) dazugeben.
- Garen: Bei 100 °C ca. 20-25 Minuten garen, bis die Zwetschken weich sind und zerfallen, aber noch Stücke erkennbar bleiben. Ein Röster darf ruhig etwas stückig sein.
- Einkochen/reduzieren: Ist der Röster zu flüssig, die Masse in einem Topf am Herd offen noch 5-10 Minuten einkochen, bis die gewünschte dicklich-saftige Konsistenz erreicht ist.
- Gewürze entfernen: Zimtstange, Nelken und Sternanis herausfischen (sofern nicht gemahlen).
- Optional Alkohol: Jetzt den Zwetschkenbrand oder Rum einrühren.
- Abschmecken: Mit Zucker und Zitrone die Süße-Säure-Balance einstellen.
- Heiß abfüllen: Den kochend heißen Röster in die warmen, sterilen Gläser füllen – bis knapp unter den Rand.
- Verschließen: Deckel sofort fest zudrehen und die Gläser auf den Deckel gestellt kurz stehen lassen, dann auskühlen – der Deckel zieht sich hörbar ein (Vakuum).
Lagerung und Haltbarkeit
- Optimal gelagert: Kühl und dunkel – Speisekammer oder Keller
- Haltbarkeit: Bei korrekter Zubereitung und Vakuum 10-12 Monate
- Nach dem Öffnen: Im Kühlschrank 1-2 Wochen
- Zuckerreduzierte Varianten: Kürzer haltbar – im Kühlschrank lagern oder einfrieren
- Kontrolle: Gewölbter Deckel, Gärgeruch oder Schimmel → entsorgen
- Frisch genießen: Röster schmeckt auch frisch und lauwarm hervorragend – muss nicht eingekocht werden
Verwendung – Zwetschkenröster genießen
- Zu Kaiserschmarrn: DIE klassische Kombination schlechthin
- Zu Germknödeln: Statt oder neben Powidl
- Zu Grießschmarrn und Grießkoch: Fruchtige Ergänzung
- Über Milchreis: Warm ein Genuss
- Zu Topfenknödeln und Zwetschkenknödeln: Doppelte Zwetschken-Freude
- Zu Mohnnudeln: Klassische Mehlspeisen-Begleitung
- Im Joghurt oder Topfen: Als fruchtige Einlage
- Zu Palatschinken: Als Füllung oder Topping
- Auf Vanilleeis: Warm-kalt-Kontrast
- Zu Wild und Geflügel: Die würzige Note passt zu deftigen Braten
- Auf dem Frühstücksbrot: Wie Marmelade
Variationen
- Klassisch würzig: Zimt und Nelken – das Grundrezept
- Mit Sternanis: Für eine feine Anis-Note
- Mit Vanille: Rundet die Würze harmonisch ab
- Mit Orange: Statt Zitrone Orangensaft und -abrieb – fruchtiger
- Mit Rotwein: Einen Schuss Rotwein mitkochen – festlich und tief
- Mit Zwetschkenbrand: Die "erwachsene" Variante
- Mit Ingwer: Ein Stück frischer Ingwer für würzige Schärfe
- Weniger süß: Nur 100 g Zucker – der Röster wird fruchtig-herb
- Powidl-Richtung: Länger einkochen (ohne zusätzliches Wasser), bis eine dicke, dunkle Masse entsteht – siehe Wissenswertes
- Zwetschken-Apfel-Röster: Mit geriebenem Apfel – mildert die Säure
Tipps & Tricks
- Hauszwetschke bevorzugen: Formstabil und aromatisch – ideal für Röster
- Vorher zuckern und ziehen lassen: Die Früchte ziehen Saft, der Röster wird saftiger
- Nicht zu lange garen: Ein Röster darf stückig bleiben – im Gegensatz zu Mus
- Gewürze ganz verwenden: Zimtstange und ganze Nelken lassen sich leichter entfernen als gemahlene
- Nelken zählen: Vor dem Abfüllen alle Nelken herausfischen – sie sind sehr intensiv
- Konsistenz nach Wunsch: Flüssiger für Mehlspeisen, dicker fürs Brot
- Beim Abkühlen dickt er nach: Etwas flüssiger abfüllen als gewünscht
- Entsteinen erleichtern: Reife Zwetschken lassen sich mit dem Daumen aufdrücken und der Stein löst sich leicht
- Fleckengefahr: Zwetschkensaft färbt stark – Schürze tragen
- Etikettieren: Datum und Variante (mit/ohne Alkohol) notieren
- Große Ernte: Zwetschken lassen sich auch entsteint einfrieren und später zu Röster verarbeiten
- Reife nutzen: Überreife Zwetschken sind für Röster ideal – Hauptsache nicht faul
Wissenswertes
Zwetschkenröster ist ein Klassiker der österreichischen und altwiener Küche. Der Name kommt vom "Rösten" – dem langsamen Einkochen der Früchte im eigenen Saft. Traditionell wurde der Röster im Backrohr oder auf dem Herd zubereitet; im Dampfgarer gelingt er besonders schonend, ohne Anbrennen und ohne ständiges Rühren.
Röster, Mus oder Powidl – die Unterschiede:
- Zwetschkenröster: Stückig, weniger süß, würzig mit Zimt und Nelken – kurze Garzeit, als Beilage zu Mehlspeisen
- Zwetschkenmus: Fein zerkocht, glatt, süßer – längere Garzeit
- Powidl: Sehr lange (stundenlang) ohne Zucker eingekocht, bis eine tiefdunkle, dickklebrige Masse entsteht – typische Füllung für Powidltascherl und Germknödel
Zwetschke – die "Steinfrucht des Spätsommers": Die Zwetschke (Prunus domestica subsp. domestica) ist eine Unterart der Pflaume und in Österreich besonders beliebt. Ihr festes Fruchtfleisch und der gut lösliche Stein machen sie zur idealen Back- und Kochfrucht – von Zwetschkenkuchen über Zwetschkenknödel bis zum Röster.
Wertvolle Inhaltsstoffe: Zwetschken liefern Ballaststoffe (bekannt für die verdauungsfördernde Wirkung), Kalium, Vitamin B und sekundäre Pflanzenstoffe. Die dunkle Schale enthält Anthocyane – dieselben Antioxidantien wie in Heidelbeeren. Durch das kurze Garen bleibt ein guter Teil erhalten.
Warum Zwetschken vorher zuckern? Werden die entsteinten Früchte mit Zucker vermengt und ziehen gelassen, entziehen sie durch Osmose Saft. Dieser Saft sorgt beim Garen dafür, dass der Röster nicht anbrennt und schön saftig wird – ganz ohne zusätzliches Wasser, das nur verdünnen würde.
Zwetschken-Saison in Österreich: Die Hauptsaison der heimischen Zwetschken läuft von Mitte August bis Ende September. Frühe Sorten (z. B. Herman) gibt es schon ab Juli, die klassische Hauszwetschke reift im September. Wer einen Zwetschkenbaum hat, kennt die Schwemme – Röster, Kuchen, Knödel und eingefrorene Früchte helfen, die Ernte zu verwerten.
Verwandte Themen und weiterführende Artikel
Zwetschkenröster gehört zum Kern des herbstlichen Konservierungs- und Mehlspeisen-Clusters. Hier passende weiterführende Artikel auf Dampfgarer-Rezepte.blogspot.com:
- Verwandte Röster und Kompotte: Marillenröster, Stachelbeerkompott, Birnenkompott, Rhabarber-Kompott
- Zwetschken-Cluster: Zwetschken einkochen, Zwetschkenknödel, Zwetschkenkuchen, Getreide-Zwetschken-Babybrei
- Passt perfekt zu (Mehlspeisen): Germknödel, Milchreis, Mohnnudeln, Topfennockerl
- Marmeladen-Klassiker: Marillenmarmelade, Kirschmarmelade, Ribiselmarmelade
- Einkochen-Grundlagen: Einkochen und Sterilisieren im Dampfgarer (Hub)
- Mehr zum Gerät: Wissenswertes zum Dampfgaren, Dampfgarer-Modelle 2026
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Zwetschkenröster und Zwetschkenmus?
Der Röster bleibt stückig und ist weniger süß, dafür würzig mit Zimt und Nelken. Mus wird fein zerkocht, glatt und süßer. Powidl wird sehr lange ohne Zucker eingekocht.
Zwetschke oder Pflaume – was ist besser für Röster?
Die Zwetschke – ihr festes Fruchtfleisch behält beim Kochen die Form, der Stein löst sich gut. Pflaumen werden matschiger, funktionieren aber auch.
Warum soll ich die Zwetschken vorher zuckern?
Sie ziehen Saft – dieser sorgt dafür, dass der Röster saftig wird und nicht anbrennt, ganz ohne zusätzliches Wasser.
Wie lange ist Zwetschkenröster haltbar?
10-12 Monate kühl und dunkel, wenn heiß abgefüllt und mit Vakuum verschlossen. Nach dem Öffnen 1-2 Wochen im Kühlschrank.
Kann ich den Röster ohne Einkochen frisch genießen?
Ja – frisch und lauwarm zu Kaiserschmarrn schmeckt er herrlich. Das Einkochen dient nur der Haltbarkeit für Vorräte.
Welche Gewürze gehören in den Röster?
Zimt und Nelken sind klassisch. Sternanis, Vanille, Orange oder Ingwer sind beliebte Ergänzungen. Ganze Gewürze vor dem Abfüllen entfernen.
Kann ich Zwetschkenröster einfrieren?
Ja – in Portionsbehältern bis 6 Monate. Auch entsteinte rohe Zwetschken lassen sich einfrieren und später zu Röster verarbeiten.
Wie mache ich Powidl statt Röster?
Powidl entsteht durch stundenlanges Einkochen ohne Zucker, bis eine tiefdunkle, dicke Masse übrig bleibt. Der Röster dagegen wird nur kurz gegart und bleibt stückig.
Wie viel Zucker braucht der Röster?
150-200 g auf 1,5 kg Zwetschken – bei sehr reifen, süßen Früchten reichen 100 g. Der Röster soll fruchtig-würzig, nicht zu süß sein.
Wozu passt Zwetschkenröster am besten?
Kaiserschmarrn, Germknödel, Grießschmarrn, Milchreis, Mohnnudeln und Topfenknödel – die klassischen österreichischen Mehlspeisen. Auch zu Wild und im Joghurt.

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