Zwetschken im Dampfgarer einkochen
Reife Herbstzwetschken in Zuckersirup konservieren – die ideale Basis für Knödel, Kuchen und PowidlZwetschken einkochen im Dampfgarer ist die ideale Methode, um die Herbst-Ernte dieser dunkelblauen Steinfrucht haltbar zu machen. In Sirup eingelegt sind die Zwetschken die perfekte Basis für Zwetschkenknödel, Zwetschkenröster, Powidltascherl, Strudel oder als Beilage zu Wild und Gänsebraten. Im Dampfgarer bleibt die charakteristische blaue Farbe und das intensive Aroma besonders gut erhalten.
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| Zwetschken im Dampfgarer einkochen |
Zutaten (für ca. 5 Gläser à 500 ml)
- 2 kg reife Zwetschken
- 400 g Zucker
- 1 Liter Wasser
- Saft einer halben Zitrone
- Optional: 1 Vanilleschote, 1 Zimtstange, 5 Stück Nelken
Zwetschken oder Pflaume? – Die Unterschiede
- Zwetschken: Länglich-oval, dunkelblau-violett, festes Fruchtfleisch, Kern löst sich gut. Saison: August bis Oktober
- Pflaumen: Runder, oft heller (gelb, rot oder violett), weiches Fruchtfleisch, Kern fester verbunden. Saison: Juli bis September
- Wahl beim Einkochen: Zwetschken sind besser geeignet – sie zerfallen weniger, behalten die Form. Pflaumen werden oft matschig.
Beste Zwetschken-Sorten
- Hauszwetschke: Die Klassikerin – mittelgroß, sehr aromatisch, ideal für alle Verwendungen
- Bühler Frühzwetschke: Frühe Sorte (Juli), süß, kleiner
- Wangenheim: Spätere Sorte, sehr robust
- Cacaks Schöne (Cacanska Lepotica): Großfruchtig, süß
- Ortenauer: Spätsorte mit kräftigem Aroma
- Wachauer Zwetschke: Aus der Wachau, besonders aromatisch
Vorbereitung
- Gläser, Deckel und Werkzeug im Dampfgarer bei 100 °C 30 Min sterilisieren
- Gummiringe vor Gebrauch in warmes, dann kurz in kochendes Wasser tauchen
Zubereitung Schritt für Schritt
- Zwetschken vorbereiten: Zwetschken waschen, halbieren und entkernen. Die Kerne lassen sich bei reifen Zwetschken meist leicht herauslösen.
- In Gläser füllen: Zwetschkenhälften in die sterilen Gläser einschichten – am besten mit der Schnittfläche nach unten. Mit Zucker überstreuen.
- Sud aufkochen: Wasser und Zitronensaft (optional mit Vanille, Zimt oder Nelken) zum Kochen bringen.
- Sud angießen: Heißen Sud über die Zwetschken gießen, bis ca. 2 cm unter den Glasrand.
- Gläserrand säubern und fest verschließen.
- Einkochen: Im Dampfgarer bei 80 °C für 35 Minuten (½-Liter-Gläser).
- Auskühlen lassen: Über Nacht, dann Vakuum-Test.
Einkochzeiten je nach Glasgröße (bei 80 °C)
- 250-ml-Gläser: 25 Min
- 500-ml-Gläser: 35 Min
- 1-Liter-Gläser: 45 Min
Variationen
- Mit Vanille: Eine halbe Vanilleschote pro Glas → klassisch elegant
- Mit Zimt: 1 kleine Zimtstange pro Glas → warm-würzig, weihnachtlich
- Mit Nelken: 2–3 Nelken pro Glas → klassisches Powidl-Aroma
- Mit Sternanis: 1 Sternanis pro Glas → exotisch
- Mit Lebkuchen-Gewürz: 1 TL pro Sud → festlich-weihnachtlich
- Mit Rotwein: 50 % des Wassers durch Rotwein ersetzen → für Wildsauce
- Mit Slivovitz: 1 EL pro Glas → traditioneller Zwetschken-Schnaps-Twist
- Als Zwetschkenröster: Mit mehr Zucker und weniger Wasser eingekocht → eingedickt
- Als Powidl-Vorstufe: Mit kaum Wasser und viel Zucker → eingekochter Zwetschken-Mus
Verwendung – wozu passen eingekochte Zwetschken?
- Als Füllung für Zwetschkenknödel: Klassische böhmisch-österreichische Mehlspeise
- Powidltascherl: Mit eingedickten Zwetschken und Mohn als Füllung
- Zwetschkenröster: Direkt als Dessertbeilage
- Zwetschken-Streuselkuchen: Auf Hefe- oder Mürbeteig
- Zwetschkenstrudel: Mit Topfen oder Mohn
- Als Sauce zu Wild und Gänsebraten: Traditionelle Festtagsbeilage
- Über Vanilleeis und Topfen: Klassisches Dessert
- Im Müsli oder Porridge: Wintermorgen-Bowl
- Als Brandy-Zwetschken: In Schnaps eingelegt → bei Erkältung oder als Likör
- Zu Wildgerichten: Süß-säuerlicher Kontrast zu kräftigem Fleisch
Tipps & Tricks
- Vollreife wählen: Reife Zwetschken erkennt man am bläulichen Pflaumenhauch (Wachsschicht). Sie geben auf leichten Druck nach.
- Entkernen leicht gemacht: Halbieren entlang der natürlichen Naht, dann den Kern herausnehmen. Bei reifen Zwetschken löst er sich praktisch von selbst.
- Schnittfläche nach unten: In den Gläsern mit der Schnittfläche nach unten einschichten → schönere Optik und Sirup zieht besser ein
- Mit Schale einkochen: Die Schale gibt Aroma und Pektin – nicht entfernen!
- Vorratsplanung: 2 kg Zwetschken ergeben ca. 5 Gläser à 500 ml
- Zwetschken-Saison: August bis Oktober – beste Qualität September
- Druckstellen: Beschädigte Zwetschken verwenden, schlechte Stellen wegschneiden
- Powidl-Tradition: Eingekochte Zwetschken lassen sich später zu Powidl (eingedickter Zwetschken-Mus ohne Zucker) weiterverarbeiten – ein traditioneller österreichisch-böhmischer Brotaufstrich
Wissenswertes über Zwetschken
Die Zwetschke (Prunus domestica subsp. domestica) ist die in Österreich, Bayern, Böhmen und der Slowakei beliebteste Pflaumenart. Anders als runde Pflaumen ist sie länglich-oval und hat ein festes, säuerlich-süßes Fruchtfleisch mit dem charakteristischen Pflaumenhauch (eine natürliche Wachsschicht auf der Schale).
Powidl-Tradition: In Österreich und Böhmen werden Zwetschken seit Jahrhunderten zu Powidl – einem dunklen, eingedickten Mus ohne Zucker – verarbeitet. Die natürliche Süße der Zwetschken reicht aus, der Mus wird stundenlang eingekocht. Eingekochte Zwetschken aus dem Glas sind die ideale Powidl-Vorstufe.
Ernährungsphysiologisch bieten Zwetschken Vitamin C, Vitamin E, Kalium, Magnesium und Ballaststoffe. Besonders bekannt sind sie für ihre verdauungsfördernde Wirkung – getrocknete Zwetschken (Dörrzwetschken) gelten als sanftes natürliches Abführmittel.
Wer das gesamte Konservierungs-Cluster ausprobieren möchte: Kirschen einkochen, Weichseln einkochen, Marillen einkochen oder Marillenröster. Verwendet werden die eingekochten Zwetschken klassisch in Zwetschkenknödeln. Grundlagen findest du im Einkoch-Übersichtsartikel und der Dampfgar-Übersicht.
Häufige Fragen zu eingekochten Zwetschken
Was ist der Unterschied zwischen Zwetschken und Pflaumen?
Zwetschken sind länglich-oval, fester, mit gut ablösbarem Kern. Pflaumen sind runder, weicher, Kern fester verbunden. Zum Einkochen sind Zwetschken besser geeignet – sie zerfallen weniger.
Welche Zwetschken-Sorten eignen sich am besten?
Hauszwetschke ist der Klassiker. Auch Wangenheim, Cacaks Schöne, Bühler Frühzwetschke oder Wachauer Zwetschke funktionieren ausgezeichnet.
Soll ich die Zwetschken schälen?
Nein – die Schale gibt Aroma, Farbe und Pektin. Sie wird beim Garen weich und stört nicht.
Muss ich die Zwetschken entkernen?
Ja – die Kerne stören beim Verzehr und sind gerade in Zwetschkenknödeln nicht erwünscht. Bei reifen Zwetschken lösen sie sich leicht.
Wie lange sind eingekochte Zwetschken haltbar?
Bei kühler, dunkler Lagerung 12+ Monate. Geöffnet 4–6 Tage im Kühlschrank.
Wann ist Zwetschken-Saison?
August bis Oktober. Beste Qualität meist im September.
Kann ich Pflaumen statt Zwetschken einkochen?
Ja, aber Pflaumen werden eher matschig. Reduziere die Einkochzeit um 5 Minuten und verwende festere Sorten wie Hauspflaume.
Was ist Powidl?
Powidl ist ein traditionelles österreichisch-böhmisches Zwetschken-Mus, das stundenlang ohne Zucker eingekocht wird. Die Süße kommt allein aus den Zwetschken. Verwendung als Brotaufstrich, in Powidltascherl oder als Knödelfüllung.
Kann ich die Zwetschken auch ganz einkochen?
Möglich, aber nicht ideal. Bei ganzen Zwetschken können die Kerne Blausäure-Vorläufer in den Sirup abgeben. Besser halbieren und entkernen.

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