Kirschen im Dampfgarer einkochen / einlegen

Kirschen im Dampfgarer einkochen / einlegen /

Süßkirschen oder Weichseln in Zuckersirup konservieren – das Sommeraroma für den Winter

Kirschen einkochen im Dampfgarer ist die ideale Methode, die kurze Kirschen-Saison in den Winter zu retten. Im Glas konserviert bleiben Aroma, Farbe und Konsistenz besser erhalten als beim klassischen Topf-Einkochen. Sowohl Süßkirschen als auch Sauerkirschen (Weichseln) eignen sich – die Methode ist gleich, nur das Zucker-Verhältnis unterscheidet sich.

Kirschen im Dampfgarer einkochen in Gläsern
Kirschen im Dampfgarer einkochen in Gläsern

Zutaten (für ca. 5 Gläser à 500 ml)
  • 2 kg Kirschen (Süßkirschen oder Weichseln)
  • 400 g Zucker (für Süßkirschen) oder 600 g Zucker (für Weichseln)
  • 1 Liter Wasser
  • Saft einer halben Zitrone
  • Optional: 1 Vanilleschote, 1 Zimtstange, 5 Stück Nelken

Süßkirschen vs. Weichseln – die Unterschiede
  • Süßkirschen (Knorpel- und Herzkirschen): Süß, mild, weniger Säure. Sorten: Burlat, Hedelfinger, Kordia, Regina. Saison: Ende Mai bis Mitte Juli
  • Weichseln / Sauerkirschen: Säuerlich, intensiver Geschmack. Sorten: Schattenmorelle, Morellenfeuer, Stevenheimer Weichsel. Saison: Ende Juni bis Anfang August
  • Wahl beim Einkochen: Süßkirschen brauchen weniger Zucker, Weichseln brauchen mehr (säurereicher)

Drei Zucker-Stärken
  • Leicht süß (200 g pro 1 L Wasser): Bei Süßkirschen – fruchtig-natürlich, max. 8 Monate haltbar
  • Klassisch (400 g pro 1 L Wasser): Süßkirschen-Standard – ausgewogen, 12 Monate
  • Schwer (600 g pro 1 L Wasser): Für Weichseln optimal – 18 Monate, sirupartig

Vorbereitung
  • Gläser, Deckel und Werkzeug im Dampfgarer bei 100 °C 30 Min sterilisieren
  • Gläser mit der Öffnung nach unten auf ein sauberes Tuch stellen
  • Gummiringe vor Gebrauch 10 Min in warmes Wasser, dann kurz in kochendes Wasser tauchen

Zubereitung Schritt für Schritt
  1. Kirschen vorbereiten: Kirschen sauber waschen, Stiele entfernen und entkernen (Kirschen-Entsteiner spart enorm Zeit). Eine kleine Menge mit Kern lassen ergibt aromatischeren Saft (siehe Tipps).
  2. In Gläser füllen: Entkernte Kirschen in die sterilen Gläser einschichten. Mit Zucker überstreuen.
  3. Sud aufkochen: Wasser und Zitronensaft (optional mit Gewürzen) aufkochen.
  4. Sud angießen: Heißen Sud über die Kirschen gießen, bis ca. 2 cm unter den Glasrand. Alle Kirschen müssen bedeckt sein.
  5. Gläserrand säubern und Gläser fest verschließen.
  6. Einkochen: Im Dampfgarer bei 80 °C für 35 Minuten (½-Liter-Gläser).
  7. Auskühlen lassen: Über Nacht stehen lassen, dann Vakuum-Test.

Einkochzeiten je nach Glasgröße (bei 80 °C)
  • 250-ml-Gläser: 25 Min
  • 500-ml-Gläser: 35 Min
  • 1-Liter-Gläser: 45 Min

Aufbewahrung
Eingekochte Kirschen an einem kühlen, dunklen Ort lagern. Haltbarkeit:
  • Mit leichtem Sirup: 6–8 Monate
  • Mit klassischem Sirup: 12+ Monate
  • Mit schwerem Sirup: 18+ Monate
  • Geöffnet im Kühlschrank: 4–6 Tage

Variationen
  • Mit Vanille: Eine halbe Vanilleschote pro Glas → klassisch elegant
  • Mit Zimt: 1 kleine Zimtstange pro Glas → wärmend
  • Mit Nelken: 2–3 Nelken pro Glas → weihnachtlich
  • Mit Sternanis: 1 Sternanis pro Glas → exotisch
  • Mit Rotwein: Wasser zu 50 % durch Rotwein ersetzen → für die Wild-Sauce
  • Mit Cassis: 2 EL Cassis pro Glas → Beeren-Twist
  • Mit Kirschwasser (Kirsch): 1 EL pro Glas → für Erwachsene, intensiviert das Aroma
  • Mit Sauerkirschen-Mix: 50/50 Süß- und Sauerkirschen → ausgewogen

Verwendung – wozu passen eingekochte Kirschen?
  • Im Kirschkuchen: Direkt verwenden, mit Streuseln
  • Klassische Schwarzwälder-Kirsch-Torte: Mit Schlagsahne und Schokolade
  • Über Vanilleeis: Mit Sirup als Sauce → „Kirsch-Eis-Topping"
  • Im Strudel: Mit Topfen-Füllung
  • Auf Pannacotta und Crème Brûlée: Frischer Kontrast
  • Als Begleitung zu Wild: Sauerkirschen mit Rotweinsauce zum Reh oder Hirsch
  • Im Müsli oder Porridge: Wintermorgen-Verwöhnung
  • Cocktail-Zutat: Maraschino-Style mit Kirschwasser
  • Auf Topfentorte oder Käsekuchen: Mit Sirup als Glasur

Tipps & Tricks
  • Kirschen-Entsteiner: Lohnt sich bei größeren Mengen – spart Stunden Arbeit
  • Kerne mitkochen: 5–10 % Kirschen mit Kern lassen → das Mandelaroma der Kerne verfeinert den Sirup (im Erwachsenenbereich – beim Verzehr Kerne entsorgen)
  • Stiele dranlassen: Sehr edel als Cocktail-Garnitur – mit Stiel einkochen, Stiele bleiben am Rand sichtbar
  • Saft auffangen: Beim Entkernen tritt viel Saft aus → in den Sud geben, nicht wegschütten
  • Frische zählt: Kirschen direkt nach der Ernte verarbeiten, sie verlieren schnell Aroma
  • Druckstellen: Beschädigte Kirschen wegschneiden, Reste verwenden
  • Vorratsplanung: 2 kg Kirschen ergeben ca. 5 Gläser à 500 ml
  • Alternative für Marmelade: Aus dem Trester (Schalen, Kerne, Fruchtreste) lässt sich noch Kirschgelee herstellen


Wissenswertes über Kirschen

Die Kirsche (Prunus avium und Prunus cerasus) gehört zum Steinobst und ist eine der ältesten kultivierten Früchte Mitteleuropas. Schon die Römer brachten Kirschen aus dem heutigen Türkei-Gebiet (Kerasos) nach Europa – daher der lateinische Name cerasus.

Ernährungsphysiologisch sind Kirschen wahre Powerpakete: reich an Vitamin C (15 mg / 100 g), Kalium, Eisen und Anthocyanen (die dunkelroten Farbpigmente sind starke Antioxidantien). Sauerkirschen enthalten noch deutlich mehr Anthocyane als Süßkirschen – und gelten als entzündungshemmend und schlaffördernd dank natürlichem Melatonin.

Wer das gesamte Kirschen- und Konservierungs-Cluster ausprobieren möchte: Kirschkuchen mit Sauerkirschen, Marillen einkochen, Marillenröster, Marillenmarmelade oder Erdbeermarmelade. Allgemeine Grundlagen zum Einkochen findest du im Übersichtsartikel Einkochen im Dampfgarer und in der Dampfgar-Übersicht.

Häufige Fragen zu eingekochten Kirschen

Soll ich Süßkirschen oder Weichseln verwenden?
Beide funktionieren. Süßkirschen ergeben einen milden, süßen Aufstrich (weniger Zucker nötig). Weichseln sind säuerlich-intensiv (mehr Zucker, deutlich aromatischer, ideal zu Wild oder im Kuchen).

Muss ich die Kirschen entkernen?
Ja, fast immer – die meisten Anwendungen erfordern entkernte Kirschen. Mit Kern eingekochte Kirschen geben aromatischeren Sirup, aber beim Verzehr ist Vorsicht geboten (Erstickungsgefahr, Blausäure).

Wann ist Kirschsaison?
Süßkirschen: Ende Mai bis Mitte Juli. Weichseln: Ende Juni bis Anfang August. In Österreich besonders die Wachau und das südliche Burgenland bekannt für gute Qualität.

Wie lange sind eingekochte Kirschen haltbar?
Mit klassischem Sirup mindestens 12 Monate, mit schwerem Sirup bis 18 Monate. Geöffnet im Kühlschrank 4–6 Tage.

Was tun mit den Kernen?
Entsorgen – Kirschkerne enthalten geringe Mengen Blausäure-Vorläufer. Ausnahme: für aromatischeren Sirup 5–10 % mit Kern einlegen, beim Servieren Kerne entfernen.

Kann ich auch TK-Kirschen verwenden?
Ja – TK-Kirschen sind oft besser entkernt erhältlich. Vor dem Einlegen auftauen, Saft mitverwenden.

Warum wird das Glas trüb?
Häufig durch Kirsch-Stärke oder kleine Schalenrückstände – harmlos, ändert nichts am Geschmack. Bei Gärungsgeruch oder aufgeplatztem Deckel jedoch entsorgen.

Wozu passen eingekochte Kirschen am besten?
Klassisch zu Kirschkuchen, Schwarzwälder-Kirsch-Torte, Eis, Pannacotta, Topfenstrudel, im Müsli oder zu Wild und Lamm.

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