Traubensaft im Dampfgarer / Dampfentsafter /
Naturtrüber Traubensaft selbst gemacht – aus blauen oder weißen Trauben schonend entsaftet, ohne Zusätze, heiß abgefüllt und monatelang haltbarTraubensaft im Dampfentsafter ist der Klassiker der herbstlichen Saftküche: Reife Trauben werden durch heißen Wasserdampf schonend aufgeschlossen, der Saft tropft klar und aromatisch in den Auffangbehälter – ganz ohne Pressen, Filtern oder Zusätze. Heiß in sterile Flaschen abgefüllt hält der Saft bis zu 12 Monate. Die Saison läuft von Ende August bis Oktober – wer einen Weinstock im Garten oder günstige Trauben vom Markt hat, macht daraus flüssigen Herbst-Vorrat. Selbst gemachter Traubensaft schmeckt intensiver als jedes Supermarkt-Produkt und du bestimmst den Zuckergehalt selbst.
![]() |
| Traubensaft im Dampfgarer |
![]() |
| Traubensaft - haltbar gemacht in der Flasche |
Zutaten für ca. 1,5-2 Liter Saft
- 3-4 kg reife Trauben (blau oder weiß, kernig oder kernlos)
- Optional: 100-200 g Zucker (je nach Süße der Trauben und Geschmack)
- Optional: 1 Bio-Zitrone (Saft) für mehr Frische bei sehr süßen Trauben
- 3-4 saubere Glasflaschen mit Bügel- oder Schraubverschluss à 500 ml
- Alternativ: Twist-off-Gläser
- Trichter für sauberes Abfüllen
Welche Trauben eignen sich?
- Blaue Tafeltrauben (z. B. Muskat Bleu, Venus): Intensiv-fruchtig, kräftige Farbe – der Klassiker für dunklen Saft
- Isabella-Traube (Uhudler-Traube): Das unverwechselbare Walderdbeer-Aroma – im Südburgenland Kult
- Weiße Tafeltrauben (z. B. Lakemont, Palatina): Heller, milder Saft – feiner im Geschmack
- Weintrauben vom eigenen Stock: Auch Keltertrauben (Zweigelt, Grüner Veltliner & Co.) ergeben hervorragenden Saft
- Kernlose Sorten: Praktisch, aber nicht nötig – die Kerne bleiben ohnehin im Fruchtkorb
- Wichtig: Vollreife Trauben! Unreife Trauben ergeben sauren, dünnen Saft
- Reife-Test: Beeren lösen sich leicht vom Stiel, schmecken durchgehend süß – auch die untersten am Stielansatz
- Ungespritzt bevorzugen: Eigener Garten oder BIO-Ware, da die Schale mitverarbeitet wird
Flaschen vorbereiten – sterilisieren
- Im Dampfgarer: Saubere Flaschen und Verschlüsse mit der Öffnung nach unten auf den gelochten Einsatz stellen, bei 100 °C 15 Minuten sterilisieren – siehe auch Einkochen und Sterilisieren im Dampfgarer.
- Alternative: Mit kochendem Wasser ausspülen oder im Backofen bei 120 °C 15 Min.
- Heiß halten: Flaschen sollten beim Abfüllen noch warm sein – kalte Flaschen können beim heißen Saft springen.
Zubereitung Schritt für Schritt (Dampfentsafter)
- Trauben vorbereiten: Trauben gründlich waschen. Beeren müssen nicht einzeln abgezupft werden – ganze Rispen funktionieren! Nur faule oder schimmelige Beeren aussortieren.
- Dampfentsafter aufbauen: Unterteil mit Wasser füllen (Herstellerangabe, meist 2-3 Liter), Saftauffangbehälter aufsetzen, Fruchtkorb daraufstellen.
- Trauben einfüllen: Die Trauben in den Fruchtkorb geben – ruhig gut voll, sie sacken beim Entsaften zusammen.
- Optional zuckern: Zucker direkt über die Früchte streuen – er löst sich mit dem austretenden Saft.
- Entsaften: Deckel drauf, Wasser zum Kochen bringen und bei mittlerer Hitze 60-90 Minuten entsaften. Der Dampf lässt die Beeren platzen, der Saft läuft in den Auffangbehälter.
- Zwischendurch prüfen: Ablaufschlauch abgeklemmt lassen, bis genug Saft gesammelt ist. Wasserstand im Unterteil kontrollieren – bei Bedarf heißes Wasser nachfüllen.
- Saft ablassen: Den heißen Saft über den Schlauch direkt in die vorbereiteten, warmen Flaschen füllen – bis 1-2 cm unter den Rand.
- Sofort verschließen: Flaschen fest zuschrauben oder Bügel schließen und auf dem Deckel stehend (bei Twist-off) oder stehend auskühlen lassen. Durch die Hitze entsteht das konservierende Vakuum.
- Trester nicht wegwerfen: Die ausgedampften Trauben ergeben mit etwas Gelierzucker noch ein feines Trauben-Gelee!
Alternative: Ohne Dampfentsafter im normalen Dampfgarer
- Trauben abzupfen und in einen ungelochten Garbehälter geben.
- Bei 100 °C ca. 20-25 Minuten dämpfen, bis die Beeren geplatzt sind.
- Die heiße Masse durch ein feines Sieb oder ein Passiertuch abseihen – gut abtropfen lassen, nicht stark drücken (sonst wird der Saft trüb).
- Saft nochmals kurz aufkochen, optional zuckern, und heiß in sterile Flaschen füllen.
Lagerung und Haltbarkeit
- Optimal gelagert: Kühl und dunkel bei 12-18 °C – Keller oder Speisekammer
- Haltbarkeit: Heiß abgefüllt und gut verschlossen 10-12 Monate
- Nach dem Öffnen: Im Kühlschrank 4-5 Tage verbrauchen
- Kontrolle: Gärt der Saft (Bläschen, Druck auf dem Deckel, hefiger Geruch) → nicht mehr trinken
- Naturtrüb ist normal: Bodensatz in der Flasche ist Fruchtfleisch, kein Verderb – vor dem Servieren leicht schwenken
Verwendung – Traubensaft vielseitig genießen
- Pur: Gekühlt als Durstlöscher – gerne 1:1 mit Wasser oder Soda gespritzt
- Kinder-Punsch: Warm mit Zimtstange und Nelken – alkoholfreie Glühwein-Alternative im Advent
- Trauben-Gelee: Saft mit Gelierzucker 1:1 aufkochen → feines Gelee fürs Frühstück
- Im Joghurt oder Topfen: Als fruchtige Sauce
- Über Milchreis oder Porridge: Statt Kompott
- Als Sirup-Basis: Eingekocht auf die Hälfte → Traubensirup für Desserts
- Für Wackelpudding / Götterspeise: Mit Gelatine oder Agar-Agar
- In der Sauce zu Wild: Ein Schuss Traubensaft rundet Wildsaucen ab
- Traubensaft-Schorle mit Minze: Sommerlich erfrischend
- Eiswürfel-Variante: Saft in Eiswürfelformen → fruchtige Eiswürfel für Getränke
Variationen
- Trauben-Apfel-Saft: 2/3 Trauben + 1/3 Apfelstücke mitentsaften – harmonisch-mild
- Trauben-Birnen-Saft: Mit reifen Birnenspalten – sehr sanft und süß
- Trauben-Holunder-Saft: Mit einer Handvoll Holunderbeeren – tiefdunkel und herb-aromatisch
- Trauben-Zwetschken-Saft: Herbstliche Kombination aus dem Garten
- Mit Zimt und Nelken: Gewürze mit in den Fruchtkorb – fertiger Punsch-Saft
- Mit Vanille: Eine aufgeschnittene Vanilleschote in die Flasche
- Mit Ingwer: Ein paar Scheiben frischer Ingwer im Fruchtkorb – würzig-frisch
- Zuckerfrei: Vollreife Trauben brauchen oft gar keinen Zucker – am besten vorher kosten
- Rosé-Saft: Blaue und weiße Trauben gemischt
- Uhudler-Art: Isabella-Trauben pur – das Walderdbeer-Aroma ist einzigartig
Tipps & Tricks
- Ganze Rispen entsaften: Spart das mühsame Abzupfen – die Stiele bleiben im Fruchtkorb
- Vollreife nutzen: Je reifer die Trauben, desto weniger Zucker nötig
- Zucker über die Früchte: Nicht in den Saft rühren – über den Früchten löst er sich gleichmäßig
- Ersten Saft zurückgießen: Die erste halbe Tasse ist noch wässrig – zurück in den Fruchtkorb damit
- Wasserstand im Auge behalten: Unterteil darf nie trocken kochen – bei langer Entsaftungszeit heißes Wasser nachfüllen
- Schlauch mit Klemme: Erst öffnen, wenn die Flasche bereitsteht – der Saft ist kochend heiß!
- Heiß abfüllen ist Pflicht: Nur so entsteht das konservierende Vakuum
- Flaschen etikettieren: Datum und Sorte notieren – bei mehreren Saft-Sorten wichtig
- Trester verwerten: Mit Gelierzucker zu Gelee, oder in den Kompost
- Dunkle Flaschen bevorzugen: Schützen die Farbe des Safts vor Licht
- Fleckengefahr: Blauer Traubensaft färbt stark – Schürze und alte Geschirrtücher verwenden
- Großmengen-Tipp: Bei eigener Ernte an einem Tag durchentsaften – der Dampfentsafter läuft problemlos mehrere Durchgänge hintereinander
Wissenswertes
Trauben (Vitis vinifera) gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit – seit über 7.000 Jahren werden sie kultiviert. In Österreich wachsen Tafel- und Keltertrauben vor allem in Niederösterreich, im Burgenland und in der Steiermark. Wer einen Weinstock an der Hauswand hat, kennt das Problem der reichen Ernte: Mehr Trauben, als man frisch essen kann – die perfekte Gelegenheit für Saft-Vorrat.
Der Dampfentsafter – so funktioniert er: Im Unterteil kocht Wasser, der aufsteigende Dampf erhitzt die Früchte im Fruchtkorb auf etwa 100 °C. Die Zellwände platzen, der austretende Saft wird durch den heißen Dampf gleich pasteurisiert und sammelt sich im mittleren Auffangbehälter. Deshalb ist Dampfentsafter-Saft direkt abfüllfertig und lange haltbar – ganz ohne extra Einkochen.
Wertvolle Inhaltsstoffe im Traubensaft:
- Resveratrol – der berühmte sekundäre Pflanzenstoff aus der Traubenschale (vor allem in blauen Trauben)
- OPC (Traubenkern-Extrakt) – starkes Antioxidans
- Kalium – Wasserhaushalt und Herzfunktion
- Anthocyane – die dunklen Farbstoffe blauer Trauben wirken antioxidativ
- Natürlicher Traubenzucker – schnelle Energie (daher: in Maßen genießen)
Blaue oder weiße Trauben? Blaue Trauben ergeben den kräftigeren, gerbstoffreicheren Saft mit intensiver Farbe – die wertvollen Anthocyane und das Resveratrol sitzen in der Schale, die beim Dampfentsaften voll mitextrahiert wird. Weißer Traubensaft ist milder und feiner, dafür weniger farbintensiv. Geschmackssache – oder einfach beides machen!
Uhudler-Tradition im Südburgenland: Die Isabella-Traube (eine Direktträger-Sorte) hat ein unverwechselbares Walderdbeer-Aroma. Als Uhudler-Wein ist sie Kult – als Traubensaft ein besonderes Erlebnis und auch für Kinder ein Hit.
Gärung vermeiden: Traubensaft ist durch seinen hohen Zuckergehalt gärfreudig – aus Saft wird sonst schnell Sturm und dann Essig. Deshalb: sauber arbeiten, heiß abfüllen, sofort verschließen. Eine Flasche mit gewölbtem Deckel oder Bläschen im Saft nicht mehr trinken.
Verwandte Themen und weiterführende Artikel
Traubensaft erweitert den Saft-Cluster um den herbstlichen Klassiker. Hier passende weiterführende Artikel auf Dampfgarer-Rezepte.blogspot.com:
- Andere Säfte aus dem Dampfentsafter: Ribiselsaft, Himbeersaft, Brombeersaft, Hollerbeeren-Saft
- Sirup-Klassiker: Erdbeersirup, Erdbeersirup (2026), Hollerblüten-Sirup, Tannenwipferl-Hustensaft
- Marmeladen und Gelees: Kirschmarmelade, Marillenmarmelade, Ribiselmarmelade, Holunderblüten-Gelee
- Herbst-Konservierung: Zwetschken einkochen, Kürbiscremesuppe-Vorrat
- Einkochen-Grundlagen: Einkochen und Sterilisieren im Dampfgarer (Hub)
- Geräte-Empfehlungen: Dampfentsafter-Modelle 2026 im Vergleich
- Mehr zum Gerät: Wissenswertes zum Dampfgaren
Häufige Fragen
Muss ich die Trauben von den Rispen zupfen?
Nein – ganze Rispen können mit in den Fruchtkorb. Stiele und Kerne bleiben zurück, nur der Saft läuft ab. Das spart viel Arbeit!
Wie viel Saft ergeben 4 kg Trauben?
Etwa 1,5-2 Liter – je nach Sorte, Reife und Entsaftungsdauer. Vollreife, saftige Trauben ergeben mehr.
Brauche ich Zucker?
Bei vollreifen Trauben meist nicht – sie sind von Natur aus sehr süß. Bei säuerlichen Sorten 100-200 g über die Früchte streuen.
Blaue oder weiße Trauben – was ist besser?
Geschmackssache: Blaue geben kräftigen, farbintensiven Saft mit mehr Antioxidantien. Weiße sind milder und feiner.
Wie lange ist selbst gemachter Traubensaft haltbar?
10-12 Monate – heiß abgefüllt, fest verschlossen, kühl und dunkel gelagert. Nach dem Öffnen 4-5 Tage im Kühlschrank.
Warum hat mein Saft Bodensatz?
Naturtrüb ist normal – das ist feines Fruchtfleisch, kein Verderb. Vor dem Servieren die Flasche leicht schwenken.
Kann ich Traubensaft ohne Dampfentsafter machen?
Ja – im normalen Dampfgarer: Trauben im ungelochten Behälter 20-25 Min bei 100 °C dämpfen, dann durch ein Passiertuch abseihen und heiß abfüllen.
Was mache ich mit dem Trester (ausgedampfte Trauben)?
Nicht wegwerfen! Mit Gelierzucker aufgekocht ergibt er noch ein feines Trauben-Gelee. Oder ab in den Kompost.
Mein Saft gärt – was nun?
Nicht mehr trinken. Bläschen, gewölbter Deckel oder hefiger Geruch bedeuten Gärung – das passiert bei unsauberer Abfüllung oder undichtem Verschluss.
Sind Kerne im Fruchtkorb ein Problem?
Nein – Kerne und Schalen bleiben im Fruchtkorb zurück. Es muss nichts entkernt werden.
Kann ich Weintrauben vom eigenen Weinstock verwenden?
Unbedingt! Auch Keltertrauben (Zweigelt, Veltliner & Co.) ergeben hervorragenden Saft – oft sogar aromatischer als Tafeltrauben.
Wann ist Trauben-Saison?
Ende August bis Oktober – heimische Tafeltrauben und Weintrauben. Frühe Sorten ab Mitte August, späte bis in den Oktober.


Kommentare
Kommentar veröffentlichen