Spargelcremesuppe im Dampfgarer

Spargelcremesuppe im Dampfgarer /

Cremige Spargelcremesuppe aus weißem Spargel – schonend zubereitet, mit Schalen-Brühe als Aroma-Booster

Spargelcremesuppe – feinster Spargelgeschmack in einer Schale




Spargelcremesuppe im Dampfgarer ist die wohl aromatischste Variante dieses Saisonklassikers. Während die Spargelstücke schonend bei 100 °C ihre Form behalten, entsteht parallel aus den Spargelschalen und Endstücken eine intensive Brühe, die der Suppe ihre charakteristische Würze gibt. Doppelte Aromaausbeute – aus einer einzigen Spargelportion.

Warum Spargelcremesuppe im Dampfgarer?

  • Mehr Geschmack: Die Spargelschalen werden zur Brühe verkocht – das volle Spargelaroma ohne Verschwendung
  • Form & Farbe: Spargelspitzen behalten Bissfestigkeit und ihre helle Farbe – kein Verkochen
  • Reine Konsistenz: Beim Dampfgaren tropft kein Wasser ins Gargut, die Suppe wird nicht verdünnt
  • Gleichmäßige Hitze: Kein Anbrennen, kein Umrühren nötig
  • Vitaminerhalt: Schonende Garung schützt empfindliches Vitamin C und Folsäure

Saison & Sortenwahl

Spargelsaison in Österreich: Mitte April bis 24. Juni (Johanni). Nach diesem Datum sollte kein Spargel mehr gestochen werden, damit sich die Pflanzen für das nächste Jahr regenerieren können.

Spargelarten für die Cremesuppe:
  • Weißer Spargel: Klassiker, milder Geschmack, ergibt eine zart-weiße Suppe
  • Grüner Spargel: Intensiver, würziger – die Suppe wird leicht grün und etwas kräftiger im Geschmack
  • Violetter Spargel: Selten, leicht nussig – ergibt eine außergewöhnlich aromatische Suppe
  • Wilder Spargel: Sehr dünn, sehr intensiv – für die Cremesuppe eigentlich zu schade, aber als Einlage perfekt

Klasse-Wahl: Für die Cremesuppe ist Klasse II völlig ausreichend (krumme oder bruchige Stangen) – sie wird ohnehin püriert. So spart man Geld und nutzt Reste sinnvoll.

Zutaten für 4 Portionen
  • 1 kg weißer Spargel (mit Schalen!)
  • 1 l Wasser (für die Schalen-Brühe)
  • 1 TL Salz + 1 TL Zucker (für die Brühe)
  • 1 Schuss Zitronensaft (für die Brühe)
  • 40 g Butter
  • 30 g Mehl (für die Mehlschwitze) – alternativ 1 EL Speisestärke
  • 250 ml Sahne oder Obers
  • 1 Eigelb (optional, für extra Bindung)
  • Salz, weißer Pfeffer, frische Muskatnuss
  • Frischer Schnittlauch oder Kerbel zum Garnieren

Vorbereitung – Spargel richtig schälen

  1. Spargelstangen unter kaltem Wasser abspülen.
  2. Die Stangen knapp unterhalb des Köpfchens beginnend mit einem Spargelschäler nach unten hin schälen.
  3. Die holzigen Enden (ca. 1–2 cm) abschneiden.
  4. Wichtig: Schalen und holzige Enden nicht wegwerfen – sie bilden das Aroma-Fundament der Suppe.
  5. Die geschälten Stangen in 3-cm-Stücke schneiden. Die Spargelspitzen separat beiseite legen – sie kommen erst später dazu.

Spargel-Brühe aus Schalen und Endstücken

  1. Schalen und holzige Endstücke in einen großen Topf geben.
  2. Mit 1 Liter Wasser aufgießen, je 1 TL Salz und Zucker sowie einen Schuss Zitronensaft dazugeben.
  3. 20 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen – die Brühe sollte intensiv nach Spargel duften.
  4. Durch ein feines Sieb abseihen. Die Schalen können kompostiert werden.
  5. Brühe auffangen – sie wird gleich verwendet.

Tipp: Wer keinen Spargel selbst schält, kann beim Direktvermarkter oft Spargelschalen separat kaufen – günstig oder sogar kostenlos.

Spargelstücke im Dampfgarer garen

  1. Die geschnittenen Spargelstücke (ohne Spitzen) in eine Schale geben.
  2. Im Dampfgarer bei 100 °C für 10 Minuten garen – sie sollen weich, aber nicht zerkocht sein.
  3. Die Spargelspitzen separat in einer zweiten Schale (oder auf dem gelochten Einsatz) 6–7 Minuten bei 100 °C dämpfen – sie sollen bissfest bleiben für die Einlage.
Detaillierte Garzeiten gibt es im Artikel Spargel im Dampfgarer.

Zubereitung der Suppe – Schritt für Schritt

  1. In einem Topf 40 g Butter zerlassen, das Mehl einrühren und kurz hellgolden anschwitzen – das ergibt eine helle Mehlschwitze (Béchamel-Basis).
  2. Spargelbrühe nach und nach unter Rühren mit dem Schneebesen angießen, damit keine Klümpchen entstehen.
  3. Die gegarten Spargelstücke (ohne Spitzen) dazugeben und mit einem Stabmixer fein pürieren.
  4. 250 ml Sahne einrühren – das macht die Suppe samtig.
  5. Mit Salz, weißem Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken.
  6. Optional für extra Bindung: 1 Eigelb mit 2 EL Sahne verquirlen, in die heiße (nicht mehr kochende!) Suppe einrühren – sonst gerinnt das Ei.
  7. Spargelspitzen in die Suppentassen geben, mit der heißen Cremesuppe übergießen.
  8. Mit frisch gehacktem Schnittlauch oder Kerbel garnieren.

Variationen
  • Vegan/laktosefrei: Butter durch Olivenöl ersetzen, Sahne durch Hafer- oder Cashewsahne, Eigelb weglassen
  • Mit Lachs: Gleichzeitig mit der Suppe einen Lachs im Dampfgarer garen, in feine Stücke zupfen und als Einlage hinzufügen – aus der Vorspeise wird ein Hauptgang
  • Mit Schinken: Klassisch österreichische Variante mit knusprig gebratenen Schinkenstreifen als Topping
  • Mit Erdbeeren: Kleine Erdbeerwürfel als süße Note – ungewöhnlich, aber überraschend gut
  • Mit Wein-Note: 100 ml trockenen Weißwein zur Brühe geben – verleiht der Suppe Tiefe
  • Mit Hollandaise-Topping: Einen Klecks Sauce Hollandaise auf die Suppe setzen – luxuriös und sehr cremig
  • Mit Croûtons: Geröstete Weißbrot-Würfel als knuspriges Topping
  • Mit grünem Spargel: Hälfte weißer, Hälfte grüner Spargel – ergibt eine subtil grünliche Suppe mit komplexerem Aroma

Aufbewahrung & Vorbereitung

  • Kühlschrank: Hält 2–3 Tage in einem verschlossenen Behälter. Vor dem Aufwärmen kurz aufmixen, falls sich die Suppe gesetzt hat.
  • Einfrieren: Suppe ohne Sahne einfrieren (Sahne erst beim Aufwärmen einrühren) – sonst trennt sich die Konsistenz. Hält 3 Monate.
  • Vorbereitung am Vortag: Brühe und gegarte Spargelstücke können einen Tag im Voraus zubereitet werden. Am Servier-Tag nur noch pürieren, mit Sahne aufgießen und abschmecken.

Tipps & Tricks
  • Bitterkeit vermeiden: Der Schuss Zitronensaft und die Prise Zucker in der Brühe neutralisieren mögliche Bitterstoffe – nicht weglassen!
  • Cremiger ohne Sahne: Wer auf Kalorien achtet, ersetzt Sahne teilweise durch gekochten Reis oder eine gegarte Kartoffel – beides püriert macht die Suppe samtig.
  • Intensiveres Aroma: Spargelschalen vor dem Auskochen kurz mit Butter anschwitzen – Röstaromen vertiefen die Brühe.
  • Klumpenfreie Mehlschwitze: Mehl in kalter Sahne anrühren und zur heißen Suppe geben, statt klassischer Mehlschwitze – noch sicherer gegen Klümpchen.
  • Salz vorsichtig: Die Spargelbrühe ist bereits gesalzen, also lieber am Ende abschmecken.
  • Frisches Aroma: Erst kurz vor dem Servieren mit Muskatnuss würzen – Muskat verfliegt schnell.
  • Buntes Garnieren: Neben Schnittlauch passen essbare Blüten (Gänseblümchen, Borretsch) zur Spargelcremesuppe als Frühlings-Hingucker.



Wissenswertes über Spargelcremesuppe

Spargel war schon in der Antike ein geschätztes Gemüse – die Römer kultivierten ihn bereits im 2. Jahrhundert v. Chr. In Österreich gilt die Region rund um das Marchfeld als bekanntestes Spargelanbaugebiet. Der weiße Spargel wird im Dunkeln gezogen (mit Erddamm bedeckt), wodurch er seine helle Farbe behält.

Ernährungsphysiologisch punktet Spargel mit nur 20 kcal pro 100 g, reichlich Folsäure (besonders wertvoll in der Schwangerschaft), Vitamin C, K und E sowie Kalium. Die enthaltenen Asparaginsäure und Glykoside wirken leicht entwässernd – daher der berühmte „Spargelgeruch" beim Wasserlassen, der völlig harmlos ist.

Spargelcremesuppe im Dampfgarer ist nicht nur geschmacklich überlegen, sondern auch nachhaltiger: Schalen und Endstücke, die sonst im Bio-Müll landen, werden zum Aroma-Fundament. Aus einer Spargelportion entstehen so zwei Komponenten: feines Spargelfleisch für die Cremebasis und intensive Spargelbrühe.

Wer das Spargelmenü perfektionieren möchte, kombiniert die Suppe als Vorspeise mit einem Lachs im Dampfgarer und klassischem Spargel mit Sauce Hollandaise. Als süßer Abschluss passt das saisonale Erdbeer-Rhabarber-Kompott ideal. Wer die Saison auch in andere Suppenklassiker übernehmen möchte: Bärlauchcremesuppe oder im Herbst die Kürbiscremesuppe.

Häufige Fragen zu Spargelcremesuppe im Dampfgarer

Wie viel Spargel braucht man für 4 Portionen Suppe?
Etwa 1 kg frischer Spargel mit Schalen. Daraus entstehen rund 750 g geschälter Spargel und 250 g Schalen für die Brühe – ergibt 4 großzügige Portionen oder 6 kleine.

Kann man die Spargelschalen wirklich verwenden?
Unbedingt! Die Schalen enthalten viel Spargelaroma und ergeben eine wunderbar intensive Brühe. Ohne die Schalen schmeckt die Cremesuppe deutlich weniger nach Spargel.

Wie lange muss Spargel im Dampfgarer für die Suppe garen?
Spargelstücke 10 Minuten bei 100 °C – sie werden später ohnehin püriert. Spargelspitzen separat 6–7 Minuten, damit sie bissfest bleiben.

Warum schmeckt meine Spargelsuppe bitter?
Der häufigste Grund: Schalen wurden nicht entfernt oder die Brühe ohne Zucker und Zitrone gekocht. Beide neutralisieren Bitterstoffe. Auch sehr alter Spargel kann bitter schmecken – immer frisch kaufen.

Kann man Spargelcremesuppe einfrieren?
Ja, aber ohne Sahne. Die Sahne erst beim Aufwärmen einrühren – sonst flockt die Suppe beim Auftauen aus. Hält 3 Monate.

Welcher Spargel ist für die Cremesuppe am besten?
Klasse II oder krumme Stangen sind ideal – sie sind günstiger und werden ohnehin püriert. Für die Spargelspitzen-Einlage darf es ruhig Klasse I sein.

Wie kann man Spargelcremesuppe veganisieren?
Butter durch Olivenöl, Sahne durch Hafer- oder Cashewsahne, Eigelb weglassen. Geschmacklich kaum ein Unterschied – die Spargelbrühe trägt das Aroma.

Wie wird die Cremesuppe besonders cremig?
Mit einer gekochten Kartoffel oder 2 EL gekochtem Reis beim Pürieren – beides macht die Suppe samtig, ohne den Spargelgeschmack zu überdecken.

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