Apfelmus im Dampfgarer

Apfelmus im Dampfgarer /

Selbstgemachtes Apfelmus aus reifen Herbstäpfeln – cremig, ohne Anbrennen, vitaminreich

Apfelmus im Dampfgarer ist eines der einfachsten und vielseitigsten Konservierungs-Rezepte: aus 2 kg reifen Äpfeln entsteht eine cremige, leuchtende Aufstrich- und Beilagen-Konserve, die zu Kaiserschmarrn, Reibekuchen, Bratwurst, Schweinsbraten und vielen Mehlspeisen passt. Im Dampfgarer brennt nichts an, schäumt nichts über – das Apfelmus wird besonders fruchtig und vitaminreich.

Apfelmus im Dampfgarer selbstgemacht
Apfelmus im Dampfgarer selbstgemacht

Zutaten (für ca. 4 Gläser à 500 ml)
  • 2 kg reife Äpfel (siehe Sortenliste unten)
  • 100 g Zucker (oder mehr je nach Sortensüße)
  • 200 ml Wasser
  • Saft einer halben Zitrone
  • Optional: 1 Vanilleschote, 1 Zimtstange, 2–3 Nelken

Apfel-Sorten – die besten für Apfelmus
  • Boskoop: Klassiker für Apfelmus – säuerlich, aromatisch, zerfällt schön
  • Elstar: Süß-säuerlich, ergibt cremiges Mus
  • Jonagold: Süß und saftig, mildes Mus
  • Gravensteiner: Aromatisch, traditioneller Sommerapfel
  • Topaz: Säurebetont, aromatisch
  • Reglindis: Robuste Sorte, gute Wahl für Bio-Anbau
  • Mischung empfohlen: 50 % Boskoop für Aroma + 50 % süßere Sorte für Ausgewogenheit

Vorbereitung
  • Gläser, Deckel und Werkzeug im Dampfgarer bei 100 °C 30 Min sterilisieren
  • Gläser mit der Öffnung nach unten auf ein sauberes Tuch stellen

Zubereitung Schritt für Schritt
  1. Äpfel vorbereiten: Äpfel waschen, schälen, vierteln und entkernen. In ca. 2-cm-Würfel schneiden. Sofort mit Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht bräunlich werden.
  2. In Dampfgar-Schale geben: Apfelstücke in eine ungelochte Garschale füllen, Wasser dazugeben, optional Vanilleschote oder Zimtstange dazu.
  3. Dämpfen: Bei 100 °C ca. 20 Minuten garen, bis die Äpfel weich sind.
  4. Pürieren: Mit Pürierstab fein pürieren oder mit Stampfer grob zerdrücken (für Bissfestigkeit).
  5. Süßen: Zucker einrühren – Menge nach Geschmack und Sortensüße anpassen (50–150 g).
  6. Nochmal erhitzen: Apfelmus nochmal auf 80 °C bringen (ca. 5 Min).
  7. Abfüllen: Heiß in sterile Gläser füllen, fest verschließen und 5 Min auf den Kopf stellen für Vakuum.

Aufbewahrung
  • Bei kühler, dunkler Lagerung 9–12 Monate haltbar
  • Geöffnet im Kühlschrank 5–7 Tage
  • Vakuum-Test nach 24 h: Deckel darf sich nicht eindrücken lassen

Variationen
  • Mit Zimt: 1 TL gemahlener Zimt → Bratapfel-Aroma
  • Mit Vanille: Eine halbe Vanilleschote mitgekocht → klassisch elegant
  • Mit Nelken: 2–3 Nelken → würzig-weihnachtlich
  • Mit Sternanis: 1 Sternanis → exotisch
  • Mit Tonkabohne: Eine Prise → außergewöhnlich aromatisch
  • Apfel-Birne-Mus: 50/50 mit Birnen → mild und süß
  • Apfel-Quitte-Mus: Mit Quitten ergänzt → herbstlich, mit Tanninen
  • Apfel-Holunder-Mus: Mit Holunderbeeren → tiefrot und aromatisch
  • Bratapfel-Mus: Mit Rosinen, Walnüssen, Zimt und Honig → wie der Bratapfel
  • Ohne Zucker: Bei sehr süßen Sorten (Jonagold, Gala) ganz ohne Zucker möglich → fruchtig-natürlich, kürzere Haltbarkeit (6 Monate)

Verwendung – wozu passt Apfelmus?
  • Klassisch zu Kaiserschmarrn: Die österreichische Standard-Kombination
  • Zu Reibekuchen / Erdäpfelpuffer: Süßer Kontrast zum Salzigen
  • Zu Schweinsbraten: Traditionelle Beilage
  • Zu Bratwurst: Süß-sauer als Geschmacks-Kontrast
  • Zu Reisauflauf und Milchreis: Mit Zimt klassisch
  • Im Joghurt oder Müsli: Frühstücks-Klassiker
  • Auf Topfen oder Quark: Als süßer Aufstrich
  • Im Apfelkuchen oder Strudel: Als Füllung
  • Als Babybrei: Mit reduziertem Zuckergehalt (ab 6. Monat)
  • In Smoothies: Als süße Komponente
  • Als Zutat in Müsli-Bowls: Mit Hafer und Beeren

Tipps & Tricks
  • Sortenmischung: Verschiedene Sorten mischen → ausgewogener Geschmack
  • Schale mitkochen: Bei Bio-Äpfeln kann die Schale mitgegart werden → mehr Pektin, mehr Vitamine. Vor dem Pürieren durch Sieb passieren
  • Bräunung vermeiden: Schon beim Schneiden Zitronensaft – verhindert Verfärbung
  • Zucker erst am Ende: So kannst du die Süße perfekt abschmecken
  • Konsistenz wählen: Mit Pürierstab fein, mit Stampfer grob, mit Sieb sehr cremig
  • Vitamine schonen: Vitamin C ist hitzeempfindlich – nicht länger als nötig erhitzen
  • Saison nutzen: September bis November ist Hauptsaison für die beste Qualität
  • Geschenk-Idee: In hübschen Gläsern mit Etikett ein wertvolles selbstgemachtes Geschenk


Wissenswertes über Apfelmus

Äpfel sind die wichtigste Obstart in Mitteleuropa und werden seit Jahrtausenden kultiviert. In Österreich werden über 2.000 Apfelsorten dokumentiert – wobei nur etwa 30 davon kommerziell relevant sind. Für Apfelmus eignen sich besonders gut säuerlich-aromatische Sorten wie Boskoop, Elstar oder Topaz.

Ernährungsphysiologisch ist Apfelmus eine gute Quelle für Pektin (Ballaststoff, gut für die Darmflora), Vitamin C, Kalium und sekundäre Pflanzenstoffe. Mit nur 65 kcal pro 100 g ist es kalorienarm – allerdings nur, wenn nicht zu viel Zucker zugesetzt wird. Bei sehr süßen Sorten lässt sich der Zucker auch ganz weglassen.

Wer weitere Konservierungsrezepte ausprobieren möchte: Kirschen einkochen, Weichseln einkochen, Marillenröster oder Erdbeermarmelade. Auch Blanchieren von Obst ist eine alternative Konservierungs-Methode. Apfelmus eignet sich auch hervorragend für Baby-Beikost – ähnlich wie der Karottenbrei. Allgemeine Grundlagen findest du im Einkoch-Übersichtsartikel und der Dampfgar-Übersicht.

Häufige Fragen zu Apfelmus

Welche Äpfel eignen sich am besten?
Säuerlich-aromatische Sorten wie Boskoop, Elstar, Topaz oder Gravensteiner. Eine Mischung aus säuerlichen und süßen Sorten ergibt ausgewogenes Apfelmus.

Soll ich die Äpfel schälen?
Optional. Bei Bio-Äpfeln kann die Schale mitgekocht werden (mehr Pektin und Vitamine), dann durch ein Sieb passieren. Bei konventionellen Äpfeln besser schälen.

Wie viel Zucker brauche ich?
Je nach Sortensüße 50–150 g auf 2 kg Äpfel. Sehr süße Sorten (Jonagold) brauchen kaum Zucker, säuerliche (Boskoop) mehr.

Wie lange ist Apfelmus haltbar?
Im sterilen Glas bei kühler, dunkler Lagerung 9–12 Monate. Ohne Zucker ca. 6 Monate. Geöffnet 5–7 Tage im Kühlschrank.

Kann ich Apfelmus auch ohne Zucker machen?
Ja, besonders bei sehr süßen Sorten. Haltbarkeit dann etwas kürzer (6 Monate), Geschmack pur-fruchtig.

Wie verhindere ich braunes Apfelmus?
Zitronensaft direkt beim Schneiden – verhindert die Oxidation. Auch eine schnelle Verarbeitung hilft.

Welche Konsistenz ist richtig?
Geschmackssache: fein püriert mit Pürierstab (cremig), grob gestampft (mit Bissstücken), gepasst durch Sieb (sehr cremig wie Babybrei).

Kann ich Apfelmus für Babybrei verwenden?
Ja – mit deutlich weniger oder ohne Zucker und gut püriert. Eine kleine Menge Apfelmus im Gemüsebrei verbessert auch die Eisenaufnahme aus Fleisch.

Wozu passt Apfelmus klassisch?
Zu Kaiserschmarrn, Reibekuchen, Schweinsbraten, Milchreis, im Joghurt, auf Topfen oder als Strudel-Füllung.

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