Marillenknödel im Dampfgarer /
Klassische österreichische Marillenknödel aus Kartoffelteig, mit Bröselbutter und Staubzucker – schonend im Dampfgarer gegartMarillenknödel im Dampfgarer sind ein österreichischer Sommer-Klassiker schlechthin: Reife Wachauer Marillen werden in einen weichen Kartoffelteig gehüllt, schonend gedämpft und mit goldgelb gerösteten Bröseln und Staubzucker serviert. Das Geheimnis liegt im richtigen Kartoffelteig und der schonenden Zubereitung im Dampfgarer – so platzen die Knödel nicht und die Marillen bleiben saftig im Inneren.
Zutaten (für 4 Portionen, ca. 12 Knödel) Kartoffelteig:
- 500 g mehlig kochende Kartoffeln (am Vortag gekocht und kalt)
- 150 g Mehl (universal)
- 50 g Grieß
- 1 Ei
- 50 g weiche Butter
- 1 Prise Salz
- Optional: 1 Pkg Vanillezucker
- 12 mittelgroße reife, aber feste Marillen (Wachauer, Ungarische Best, Klosterneuburger)
- 12 Stück Würfelzucker
- 50 g Butter
- 100 g Semmelbrösel
- 2 EL Staubzucker
- 1 Pkg Vanillezucker
- Optional: 1 Prise Zimt
- Staubzucker
- Optional: Schlagsahne oder Vanille-Eis
Welche Marillen eignen sich?
- Wachauer Marille (g.U.): Die berühmteste österreichische Sorte, intensiv-aromatisch, leicht säuerlich
- Ungarische Best: Sehr beliebt, fest und aromatisch
- Klosterneuburger: Klassische Tafel-Marille
- Bergeron: Französische Sorte, säuerlich
- Wichtig: Marillen sollten reif, aber noch fest sein – zu weiche zerfallen beim Garen
- Saison: Juli (Ungarn, Wachau) bis August
- TK-Marillen: Funktionieren auch, gut auftauen und abtropfen
Zubereitung Schritt für Schritt 1. Kartoffelteig vorbereiten
- Vorbereitung am Vortag: Kartoffeln am Vortag kochen, schälen und im Kühlschrank lagern. Wichtig: Kalte Kartoffeln machen den Teig besser zu verarbeiten.
- Kartoffeln pressen: Mit Kartoffelpresse fein zerdrücken (NICHT mit dem Mixer – wird sonst zu klebrig).
- Teig kneten: Kartoffeln, Mehl, Grieß, Ei, Butter und Salz schnell zu glattem Teig verarbeiten (nicht zu lange kneten, sonst klebrig).
- Optional ruhen lassen: 15 Min ruhen, dann ist der Teig besser formbar.
- Waschen: Marillen waschen und gut abtrocknen.
- Vorsichtig entkernen: Mit einem scharfen Messer einen kleinen Schnitt machen, den Kern vorsichtig herauslösen – die Marille soll möglichst ganz bleiben.
- Zucker einfüllen: In jede Marille einen Würfelzucker stecken → schmilzt beim Garen zu süßem Saft.
- Teig in 12 Portionen teilen.
- Plattdrücken: Jede Portion auf bemehlten Händen flachdrücken (ca. 8 cm Durchmesser).
- Marille einlegen: Eine Marille in die Mitte legen.
- Verschließen: Den Teig vorsichtig über die Marille ziehen und gut zudrücken → keine offenen Stellen!
- Zu Kugel rollen: Zwischen den Handflächen zu einer schönen Kugel rollen.
- Behälter einfetten: Den gelochten Behälter mit Butter einfetten oder mit Backpapier auslegen.
- Knödel hineinlegen: Mit Abstand (sie quellen leicht auf).
- Garen: Bei 100 °C für ca. 18-20 Minuten.
- Nicht öffnen während des Garens!
- Butter zerlassen: In einer Pfanne langsam.
- Brösel anrösten: Semmelbrösel in die Butter geben und unter Rühren goldgelb anrösten (Vorsicht: Sie verbrennen schnell!).
- Mit Zucker mischen: Vom Herd, Staubzucker und Vanillezucker einrühren.
- Knödel in Brösel wälzen: Die fertigen Knödel sofort in der Bröselbutter wälzen.
- Mit Staubzucker bestäuben und sofort servieren.
Marillenknödel vs. Zwetschkenknödel – die Unterschiede
- Marillenknödel: Saftig, leicht säuerlich, sommerlich (Juli-August), klassisch Wachauer Marillen
- Zwetschkenknödel: Süßer, herbstlich (August-Oktober), siehe Zwetschkenknödel im Dampfgarer
- Gleicher Kartoffelteig: Funktioniert mit beiden Früchten
- Garzeit: Marillenknödel etwas kürzer (18-20 Min), Zwetschkenknödel etwas länger (20-22 Min) wegen kleinerer Steinobst
Variationen
- Mit Topfenteig statt Kartoffelteig: Leichter, etwas süßer (250 g Topfen + 200 g Mehl + 1 Ei + 2 EL Grieß)
- Mit Erdbeeren: Ganze Erdbeeren – siehe Erdbeerknödel
- Mit Zwetschken: Klassische Herbstvariante
- Mit Pfirsichen: Halbierte Pfirsiche (zu groß für ganze)
- Mit Mirabellen: Kleine gelbe Pflaumen
- Mit Marillenmarmelade: Statt frischer Marillen → ganzjährig
- Mit Brösel + Nüssen: 50 g gemahlene Walnüsse in die Bröselmischung
- Mit Mohn: Gemahlener Mohn als Topping → wienerisch
- Vegan: Ei durch 2 EL Apfelmus, vegane Butter
- Glutenfrei: Glutenfreies Mehlmix
Tipps & Tricks
- Kartoffeln am Vortag kochen: Kalte mehlig kochende Kartoffeln machen den Teig perfekt
- Schnell verarbeiten: Kartoffelteig nicht zu lange kneten – wird sonst klebrig
- Reife, aber feste Marillen: Zu weiche zerfallen, zu harte werden nicht gar
- Würfelzucker in die Marille: Schmilzt zu süßem Saft → kein süßer Teig nötig
- Keine offenen Stellen: Gut zudrücken, sonst läuft die Marille aus
- Genug Abstand im Dampfgarer: Knödel quellen leicht auf
- Behälter einfetten: Sonst kleben die Knödel
- Brösel anbrennen schnell: Bei niedriger Hitze und ständigem Rühren goldgelb
- Sofort servieren: Bröselknödel sind warm am besten
- Aufbewahrung: Ungebackene Knödel können geformt und eingefroren werden → direkt aus dem TK gegart (3-5 Min länger)
- Beim Servieren: Mit Schlagsahne, Vanille-Eis oder Marillenmarmelade noch festlicher
Wissenswertes
Marillenknödel sind eine der berühmtesten österreichischen Mehlspeisen. Besonders in der Wachau, dem Marillen-Anbaugebiet schlechthin, sind sie ein Saison-Highlight. Schon zur Kaiserzeit waren Marillenknödel auf den feinsten Speisekarten Wiens zu finden.
Wachauer Marille (g.U.) – seit 1996 EU-weit als geografische Herkunftsbezeichnung geschützt. Nur Marillen aus dem definierten Anbaugebiet entlang der Donau (Krems bis Melk) dürfen sich so nennen. Die charakteristisch säuerlich-süße Note macht sie zur idealen Knödel-Marille.
Für weitere Knödel und Mehlspeisen: Zwetschkenknödel (Herbst-Variante), Erdbeer- und Zwetschkenknödel, Germknödel, Semmelknödel, Mohnnudeln. Für Marillen-Verarbeitung: Marillenmarmelade, Schneller Marillenkuchen, Marillenröster, Marillen einkochen. Mehr zum Gerät: Wissenswertes zum Dampfgaren.
Häufige Fragen
Warum Kartoffeln vom Vortag?
Kalte mehlig kochende Kartoffeln nehmen weniger Wasser auf und ergeben einen besser zu verarbeitenden Teig. Frische warme Kartoffeln machen den Teig klebrig.
Warum mehlig kochend?
Mehlig kochende Kartoffeln haben mehr Stärke und weniger Wasser → idealer Teig. Festkochende Kartoffeln werden zu wässrig.
Welche Marillen sind die besten?
Wachauer Marille (g.U.) ist die berühmteste. Auch Ungarische Best und Klosterneuburger sind hervorragend.
Warum Würfelzucker in die Marille?
Schmilzt beim Garen zu süßem Saft → die Marille wird im Inneren süß und saftig, ohne dass der Teig süß sein muss.
Wie verhindere ich, dass die Knödel zerreißen?
Teig gut verschließen, keine offenen Stellen, mit Naht nach unten ins Wasser legen. Sicherheits-Schale unter dem gelochten Behälter.
Kann ich auch TK-Marillen verwenden?
Ja – gut auftauen lassen und abtropfen. Sonst wird der Teig zu nass.
Wie lange sind Marillenknödel haltbar?
Am besten frisch. Im Kühlschrank 1 Tag. Aufwärmen im Dampfgarer 5 Min bei 100 °C.
Kann ich Marillenknödel einfrieren?
Ja – ungekocht einfrieren, dann direkt aus dem TK in den Dampfgarer (Garzeit + 5 Min). Bis 2 Monate haltbar.
Wann ist Marillen-Saison?
Juli (frühe Sorten) bis August. Wachauer Marille hat ihre Hauptsaison Mitte Juli bis Anfang August.
Was passt zu Marillenknödel?
Klassisch: Bröselbutter, Staubzucker, Schlagsahne. Festlich: Vanille-Eis, Marillenröster, etwas Marillenmarmelade.

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