Tannenwipferl-Hustensaft selber machen – Fichtenwipferlsirup als natürliches Hausmittel
Süßer Sirup aus jungen Tannen- oder Fichtentrieben – ein traditionelles Hausmittel aus dem Alpenraum gegen Husten, Halsschmerzen und Erkältungen. So stellst du den Wipferlsirup ohne Kochen Schritt für Schritt selbst her.
Was ist Tannenwipferl-Hustensaft?
Der Tannenwipferl-Hustensaft – auch Fichtenwipferlsirup oder Wipferlsaft genannt – ist ein seit Generationen überliefertes Hausmittel gegen Husten und Erkältungsbeschwerden. Hergestellt wird er aus den jungen, hellgrünen Trieben von Tannen oder Fichten, die im Frühling sprießen. Besonders in Österreich, Bayern und Süddeutschland ist dieser süße, harzig duftende Tannenwipferl Hustensaft fester Bestandteil der traditionellen Hausapotheke.
Dank seiner natürlichen Inhaltsstoffe wirkt der Tannenwipferl Sirup beruhigend auf die Atemwege, kann festsitzenden Schleim lösen und stärkt den Körper in der kalten Jahreszeit.
Was sind Tannenwipferl?
Die Wipferl sind die jungen, hellgrünen Triebe, die im Frühling an Fichten und Tannen wachsen. Sie sind reich an wertvollen Inhaltsstoffen:
- Vitamin C – stärkt das Immunsystem
- Ätherische Öle – wirken schleimlösend und entzündungshemmend
- Harze und Flavonoide – unterstützen die Atemwege
- Gerbstoffe – können bei Halsschmerzen lindernd wirken
Im Volksmund gelten die Wipferl daher als „kleine Apotheken des Waldes".
Wann ist die beste Zeit zum Sammeln?
- Erntezeit: Mai bis Anfang Juni, solange die Triebe noch hellgrün, weich und harzig duften.
- Standort: Möglichst abseits vielbefahrener Straßen und Industriegebiete sammeln.
- Nachhaltigkeit: Nur wenige Triebe pro Baum entnehmen, niemals den Mitteltrieb. So bleibt der Baum gesund.
- Rechtliches: In privaten Wäldern nur mit Erlaubnis des Eigentümers sammeln. In Naturschutzgebieten ist das Pflücken untersagt.
Rezept: Tannenwipferl-Hustensaft selbst herstellen
Dieses Kaltansatz-Rezept kommt ohne Kochen aus – die Sonne erledigt die Arbeit. So bleiben Vitamin C und ätherische Öle besonders gut erhalten.
Zutaten
- Frisch gepflückte Tannen- oder Fichtenwipferl (etwa 500 g)
- Brauner Zucker (alternativ: Rohrzucker oder flüssiger Honig), Menge entsprechend dem Glasvolumen
- 1 großes Einmachglas mit Schraubverschluss (sauber, durchsichtig)
Zubereitung Schritt für Schritt
- Wipferl pflücken: Im Mai junge, frische Triebe ernten. Sie sollten weich, hellgrün und harzig duften. Nicht waschen – das entfernt wertvolle Wirkstoffe.
- Einschichten: In ein sauberes, durchsichtiges Glas abwechselnd eine Schicht Zucker und eine Schicht Wipferl einfüllen. Die oberste Schicht sollte Zucker sein. Leicht andrücken.
- In die Sonne stellen: Das Glas gut verschließen und an einen sonnigen Platz stellen (z. B. Fensterbrett). Die Wärme verflüssigt den Zucker und löst die Wirkstoffe aus den Wipferln.
- Reifen lassen: Das Glas für 3 Wochen bis 2 Monate stehen lassen. Nach und nach entsteht ein goldgelber, aromatischer Hustensaft. Gelegentlich vorsichtig schwenken.
- Abseihen: Den fertigen Hustensaft durch ein feines Sieb oder Mulltuch abgießen. Wipferl gut ausdrücken.
- Abfüllen & Lagern: In saubere, dunkle Glasflaschen füllen. Kühl und dunkel gelagert hält der Tannenwipferl Sirup etwa 1 Jahr.
Anwendung und Wirkung
Der Hustensaft wird traditionell als unterstützendes Hausmittel verwendet bei:
- Husten (besonders Reizhusten)
- Erkältungen und Halsschmerzen
- Heiserkeit
- Leichten Bronchialbeschwerden
Empfohlene Dosierung
- Erwachsene: 3-mal täglich 1 Teelöffel pur oder in warmem (nicht heißem) Tee.
- Kinder ab 1 Jahr: 1 bis 2 Teelöffel täglich.
- Säuglinge unter 1 Jahr: Nicht geeignet, da der Tannenwipferl Sirup Honig oder unbehandelten Zucker enthalten kann.
Wissenswertes rund um den Wipferlsirup
- Schon im Mittelalter nutzten Bauern im Alpenraum die Wipferl gegen Husten und Atemwegsbeschwerden.
- In vielen Familien wird der Hustensaft jedes Jahr neu hergestellt – oft nach demselben Rezept wie schon bei den Großeltern.
- Tannen- und Fichtenwipferl unterscheiden sich geschmacklich kaum, beide eignen sich gleichermaßen.
- Der Tannenwipferl Sirup eignet sich auch als natürlicher Süßmacher in Tee, Joghurt oder über Pancakes.
- Die hellgrüne Farbe wandelt sich beim Reifen langsam in ein warmes Goldgelb bis Bernsteinbraun.
Häufig gestellte Fragen
Tannenwipferl oder Fichtenwipferl – was ist der Unterschied?
Geschmacklich kaum unterscheidbar. Fichtenwipferl sind häufiger zu finden und etwas harziger. Tannenwipferl haben einen feineren, leicht zitrusartigen Duft. Beide ergeben einen ausgezeichneten Tannenwipferl Sirup.
Muss ich die Wipferl vor dem Einlegen waschen?
Nein, im Gegenteil – durch das Waschen würden wertvolle ätherische Öle und Harze abgespült. Sammle daher von Bäumen abseits von Straßen und schüttle gröbere Verunreinigungen einfach ab.
Warum sollte das Glas in der Sonne stehen?
Die Sonnenwärme verflüssigt den Zucker schonend, ohne dass gekocht werden muss. So bleiben hitzeempfindliche Inhaltsstoffe wie Vitamin C und ätherische Öle besser erhalten als bei einem klassischen Kochsirup.
Wie lange ist der selbstgemachte Hustensaft haltbar?
Kühl, dunkel und gut verschlossen gelagert ist der Tannenwipferl Sirup etwa 1 Jahr haltbar. Nach dem Öffnen am besten im Kühlschrank aufbewahren.
Kann ich den Tannenwipferl Sirup auch Kindern geben?
Kindern ab 1 Jahr darf der Hustensaft in kleinen Mengen gegeben werden. Bei Säuglingen unter 1 Jahr ist er – wie alle honighaltigen Produkte – nicht geeignet. Bei anhaltendem Husten immer einen Kinderarzt aufsuchen.
Was tun, wenn sich der Zucker nicht vollständig auflöst?
Das Glas öfter schwenken oder an einen wärmeren Ort stellen. Wenn am Ende Zuckerreste übrig bleiben, kann der abgeseihte Tannenwipferl Sirup in einem Topf bei niedriger Temperatur (max. 40 °C) leicht erwärmt werden, bis sich alles löst.
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